Auto-Tour: Sightseeing auf Gran Canaria mit dem Mietwagen

Zwei Tage haben wir Gran Canaria auf einer 500km langen Auto-Tour erkundet und Sightseeing auf eigene Faust gemacht. Die beste Beschreibung für die Auto-Tour ist wohl wirklich “Sightseeing auf einem Miniaturkontinent”. Hunderte Fotos haben wir geschossen und sind schlichtweg begeistert gewesen von den tollen Sights, die uns Gran Canaria geboten hat!

Zu den einzelnen Stopps der Autotour folgen noch separate Kurzposts mit mehr Bildern. Alles in diesen einen Post unterzubringen wäre zu viel geworden…

Sightseeing auf Gran Canaria Tag 1


Sightseeing mit dem Mietwagen auf Gran Canaria Tag 1 auf einer größeren Karte anzeigen

Das Sightseeing mit dem Mietwagen auf Gran Canaria fing gar nicht mal so einfach an. Am Donnerstag wollten meine Freundin und ich uns ein Auto mieten und dann den Donnerstag schon mal zu zweit das Sightseeing auf Gran Canaria starten während Andi und Patrick erst am Freitag dazustoßen wollten, da am Donnerstag noch wichtige Vorlesungen an der Uni anstanden.

Leider hatten Alina und ich verpennt uns rechtzeitig einen Mietwagen zu reservieren. Also standen wir am Donnerstag morgen bei der Autovermietung CICAR (vom Reiseführer empfohlen) hier in Las Palmas auf der Matte und mussten uns anhören, dass leider vor Montag keine Mietwagen mehr zur Verfügung stehen würden für unsere Auto-Tour. Wir entschieden uns nicht länger Zeit zu vertrödeln indem wir in Las Palmas weitere Autovermietungen abklapperten, sondern setzten uns in den Bus zum Flughafen, weil wir uns relativ sicher waren, dass man dort sicherlich ausreichend Mietwagen auf Abruf hätte.

Zahlreiche Autovermietungen waren am Flughafen vertreten, wie Europcar, Hertz, Sixt und weitere Anbieter. Allerdings war die einzige Autovermietung, die uns ohne Reservierung ein Auto geben konnte CICAR. Die ganz kleinen Wagen waren leider aber auch nicht mehr verfügbar also mussten wir eine Mietwagen auf Gran CanariaNummer größer nehmen: Für 40€ am Tag einen 5-türigen Opel Corsa mit Klimaanlage. Ein sehr komfortables Auto für eine lange Auto-Tour zu 4. Wir wurden also quasi zu unserem Glück gezwungen. Aus dem Plan Andi, Patrick und mich alle drei als Fahrer anzumelden, wurde allerdings nichts. Ich hatte zwar alle Führerscheine und Personalausweise dabei aber, neuerdings liegt die Altersgrenze bei vielen Autovermietungen nicht mehr bei 21, wie es früher eigentlich immer der Fall gewesen ist, sondern schon bei 23. Das war zumindestens das von CICAR verlangte Alter. Andere Vermieter verlangten sogar ein alter von 25 Jahren. Damit fiel Andi schon mal raus als potentieller Fahrer. Patrick registrierte ich noch für den Fall der Fälle, aber da die Straßen und Verkehrsverhältnisse eine wirklich harte Nummer hier waren und Patrick seit zwei Jahren keine nennenswerte Fahrpraxis mehr hatte, fuhr ich letztendlich doch die kompletten 500 km während unser Sightseeing-Tour alleine.

Pico y Caldera de BandamaAm ersten Tag unserer Auto-Tour auf Gran Canaria klapperten Alina und ich die Punkte ab, auf die Andi und Patrick nicht so großen Wert legten. Unser Sightseeing auf Gran Canaria begann mit dem Vulkankrater Caldera de Bandama bzw. dem Gipfel Pico de Bandama. Hier wurde ich schon gleich mal an die späteren kilometerlangen Serpentinen-Fahrten auf engen Straßen neben steilen Abhängen gewöhnt. Und das war wirklich so eine Sache: Fast überall auf den Serpentinen fuhren auch die Global-Busse, mit welchen man an fast jeden Ort der Insel gelangt, und natürlich auch die Touristenbusse. Pico de Bandama - Sightseeing auf Gran CanariaBlöd ist dann, wenn einem so ein Bus in einer viel zu engen unüberschaubaren Kurve entgegengenagelt kommt. Wie im Reiseführer empfohlen machte ich also in jeder unüberschaubaren Serpentine kräftig gebrauch von meiner Hupe um mich anzukündigen. Das war ein Gehupe! Ich war fest davon überzeugt, dass ich noch Wochen später davon träumen würde. Irgendwie war’s aber auch lustig mal so richtig ausgiebig die Hupe zu benutzen. Hat man ja sonst keine Gelegenheit…

Sightseeing Gran Canaria: AtalayaWeiter sollte die Sightseeing-Tour dann gehen in Atalaya, angeblich berühmt für seine Töpfereien. Leider fanden wir aber keine Töpferei und testeten unseren Mietwagen nun erstmal richtig im Gebirge. Auf dem Weg von Atalaya nach Teror bekamen wir nämlich den ersten Eindruck, wie gebirgig die Insel wirklich ist in ihrem Inneren. Mühsam erkämpften wir uns einen Berg um uns gleich auf der anderen Seite wieder hinab ins Tal zu schlängeln. Mühsam ist allerdings vielleicht nicht ganz das richtige Wort. Atalaya - Sightseeing auf Gran CanariaWie es auch für fast die gesamte restliche Auto-Tour auf Gran Canaria gelten sollte, stellten wir fest: Der Weg ist das Ziel. Das eigentliche Sightseeing fand also zu einem großen Teil auf der Straße stadt: Kleine malerische Dörfer am Berghang mit engen Straßen und Gassen, fast kitschige farbenfrohe Blumen, die sich überall an den kleinen Häusschen ihren Halt suchten, grüne Oasen aus Palmen und Kakteen, beeindruckend mächtige Bäume und immer wieder tolle Aussichten auf die Täler zwischen den Bergen oder auch mal das Meer. Karte brauchten wir auf diesem Teil der Tour nicht lesen, denn ich hatte mein Navi in Deutschland noch mit spanischen Karten bestückt. Allerdings passierte es dann auch, dass das Navi uns in irgendwelche Seitenstraßen führte, die immer enger und enger wurden bis wir dann schließlich auf einer Art Bauernhof in der Sackgasse standen. Zwei Männer guckten sich die zwei verwirrten Touristen amüsiert an und das Navi machte sich einen Spaß daraus fest zu behaupten, wir sollten doch bitte gerade aus weiter in die Ananas-Plantage fahren. Mit ein paar Umwegen führte uns das Navi dann aber meistens doch ans Ziel.

Teror - Sightseeing in Gran Canaria Teror, welches als religiöses Zentrum von Gran Canaria gilt und empfohlen wird sich anzuschauen, wenn man mal sehen will, wie es auf Gran Canaria wohl einst überall aussah, haute uns zwar auch nicht wirklich vom Hocker, aber war ein hübscher Ort und eine willkommene Gelegenheit um unser Sightseeing für eine kurze Mittagspause zu unterbrechen.

Weil Alina ein wenig das Vertrauen in unser Navi verloren hatte, übernahm sie nun die Navigation. Unsere Sightseeing-Tour führte uns nun wieder aus dem Gebirge heraus an die Nordküste der Insel. Dabei taten sich immer wieder atemberaubende neue Aussichten auf. Sigtseeing Gran Canaria: Cenobio de ValeronDer nächste Stop war das Cenobio de Valeron. Dies ist ein großes Höhlengebilde, dass von den Ureinwohnern in die Felsen gehauen wurde und zum Lagern von Lebensmitteln genutzt wurde. Hier mussten wir zum ersten Mal an dem Tag Eintritt zahlen, aber dafür erwatete uns als ein kleines Highlight am Ende noch die Eidechsenfütterung des Eintrittskartenverkäufers.

Als wir an dieser Station unser Sightseeing-Tour genug hatten, war es mittlerweile auch scho 17 Uhr und der Verkäufer bat uns ihn doch mit zur nächsten Stadt zu nehmen, weil sein Ehemann (ja… ) ihm gerade mitgeteilt hatte, dass sein Auto den Geist aufgegeben hatte. Das war eine nette Abwechslung, denn er erzählte ununterbrochen. Außerdem gab er uns noch ein paar Tipps mit auf den Weg, wo man gut Fisch essen könnte an unserem nächsten und geplanten letzten Ziel unseres ersten Tages der Autotour. Allerdings fügte er hinzu, dass er zum Fisch essen lieber in den nächsten Hafenort hinter Sardina fahren würde: Agaete.

Faro de Sardina - Sightseeing auf Gran CanariaFaro de Sardina II - Sightseeing auf Gran CanariaWir versuchten es trotzdem zunächst in Sardina, weil wir uns schon den ganzen Tag auf den niedlichen Hafenort zum Fischessen gefreut hatten. Kurz vor Sardina bogen wir falsch ab und kamen so ganz zufällig an den Leuchtturm von Sardina “Faro de Sardina”. Das war ein sehr schöner Zufall, denn an diesem äußersten Nord-West-Zipfel der Insel wurde uns nun das erste Mal bei schon tief stehender Sonne ein atemberaubender Blick auf die hohen Klippen der Westküste. Ein wirklich nettes Fleckchen an diesem Leuchtturm, der komischer Weise in keinem unserer Reiseführer empfohlen wurde.

Sardina (Puerto) - Sightseeing Gran CanariaSardina selbst war ein wirklich niedlicher kleiner Fischerort, allerdings ziemlich Menschenleer. So ganz einsam wollten wir dann doch nicht in einem Fischrestaurant speisen, auch wenn wir uns schon den ganzen Tag darauf gefreut hatten. Also wollten wir es im nächsten Ort Agaete bzw. dem Hafen Puerto de las Nieves versuchen. Auf dem Weg dort hin führte uns die Küstenstraße durch wie Geisterstädte anmutende Bauruinen. Hier sollte scheinbar mal sehr viel gebaut werden. Dann wurde aber wohl der Geldhahn abgedreht. Zum wiederholten Male leitete das Navi uns dann einfach mal auf eine Schotterpiste, die 10m unterhalb der Autobahn im Nichts endete uns sagte uns, wir sollten doch jetzt bitte rechts auf die Autobahn abbiegen. Tja schade…

Agaete / Puerto de Las Nieves - Sigtseeing auf Gran CanariaAgaete selbst ist ein wirklich schöner Ort. Weiße Häuschen mit blauen Akzenten und einem hübschen Hafen. Doch auch hier war es einfach wie ausgestorben. Wir waren uns nicht sicher, ob wir zu früh waren oder am falschen Tag. Aber wir wollten etwas mehr Trubel um uns herum. Also schauten wir uns noch von der Mole den Sonnenuntergang an und fuhren dann zurück nach Las Palmas wo wir schön an der Strandpromenade, umgeben von vielen Menschen im “Cerdo Que Rie” (Lachendes Schwein) den Tag bei einem leckeren Essen ausklingen ließen.

Agaete / Puerto de Las Nieves Sonnenuntergang - Sigtseeing auf Gran Canaria

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Sightseeing auf Gran Canaria Tag 2


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DSC02086.JPGValle de Agaete - Sightseeing auf Gran Canaria Am zweiten Tag unserer Auto-Tour stießen nun auch Andi und Patrick zu uns. Das erste Ziel war das Valle de Agaete. Ein wunderschönes grünes Tal, das sich zur Küste hin öffnet und wie ein kleines Paradies wirkt. Von dort ging unsere Sightseeing  dann auf der Anden Verde, der tollsten Küstenstraße Gran Canarias die Westküste runter in Richtung Süden der Insel.

Anden Verde - Sightseeing auf Gran CanariaDSC02118.JPGHier hielten wir gefühlt alle 100m an, weil sich die schönen Aussichten scheinbar versuchten gegenseitig zu übertrumpfen. Das Autofahren hat mir selten so viel Spaß gemacht, wie auf der Straße, die sich dort an den Klippen hoch über dem Wasser in Richtung Süden schlängelte.

Mirador el Balcon - Sightseeing auf Gran CanariaAm Aussichtspunkt dem Mirador el Balcon vorbei führte unsere Auto-Tour nach Puerto de la Aldea. An diesem hübschen Hafen machten wir unsere erste Mittagspause zwischen Hunderten von Krabben auf der Mole.

Nun führe unsere Sightseeing-Tour an der sogenannten Tomatenstadt La Aldea de San Nicolas vorbei in das Insel Innere hoch zu der höchsten Gemeinde der Insel: Artenara, wo immer noch einige Menschen in modernisierten Höhlen leben. DSC02151.JPGUnbegreiflich ist, dass nicht der Weg von San Nicolas nach Artenara an sich in allen Top 10 der Reiseführer zu finden ist. Die Straße, auf welcher ich, wie auch schon an der Küstenstraße wieder ausgiebig meine Hupe an den Serpentinen nutzen konnte, bot uns nun ganz andere aber ebenso atemberaubende Aussichten auf die Gebirgslandschaft von Gran Canaria.

Gebirge und Stausee - Sightseeing auf Gran Canaria

Für schwache Nerven war die Straße allerdings nichts. An vielen Abschnitten konnte man einfach nur hoffen, das einem kein Auto entgegen kommen würde, denn sonnst hätte einem eine lange Fahrt im Rückwärtsgang bevorgestanden zur nächsten breiteren Stelle der Straße.

Artenara - Mittagspause vom Sightseeing bei toller Aussicht In Artenara legten wir die nächste Mittagspause bei toller Aussicht auf das Bergland von Gran Canaria ein und setzten dann unsere Sightseeing-Tour in Richtung Roque Nublo fort. Dort stellten wir fest, dass wir währen der Welcome Week an der Nase herumgeführt wurden: Wir sind gar nicht auf dem eigentlichen Roque Nublo gewesen.

Roque Nublo - Sightseeing Gran Canaria

Während unser kurzen Wanderung vom Parkplatz zum Gipfels des Roque Nublos machte der Berg seinem Namen (übersetzt: Wolken Felsen) alle Ehre. Von der tollen Aussicht, die man wahrscheinlich von dort oben normalerweise hätte, sahen wir nämlich fast nichts. Aber toll sah der Gipfel trotzdem aus: Zwei Imposante Felsnasen recken sich dort in den Himmel. Ein Felsen etwas kleiner als der andere werden sie Vater und Sohn genannt. (Hier gehts zu Andreas Post über unsere Wanderung zum Roque Nublo.)

Ab dort ging die Sightseeing-Tour zu einem großen Teil im dichten Nebel weiter. Von der Mitte der Insel wollten wir nun in den Südwesten zu unserem letzten Sightseeing-Stop: Dem Barranco de Guayadeque. Höhlenwohnung im Barranco de Guayadeque - Sightseeing auf Gran CanariaHöhlenwohnung im Barranco de Guayadeque - Sightseeing auf Gran Canaria Obwohl wir schon z.B. in Artenara gesehen hatten, dass auch heute noch Menschen auf Gran Canaria in modernisierten Höhlen leben, war das Barranco de Guayadeque noch eine Steigerung. Teilweise hoch in den Felsweäden sieht man hier noch bewohnte höhlen.

Höhlenwohnung im Barranco de Guayadeque - Sightseeing auf Gran Canaria Höhlenwohnung im Barranco de Guayadeque - Sightseeing auf Gran Canaria
Oft wirklich schön herausgeputzt und weiß getüncht mit farbenfrohen Blumen und hübsch angestrichenen Türen und Fensterläden, aber manchmal auch blos Bretterverschläge vor den Höhleneingängen.

Nun konnten wir es alle nicht mehr erwarten zu unserem Tagesziel zu gelangen: Im malerischen Puerto de Mogan, welches auch “klein Venedig” genannt wird, wartete schon direkt am Hafen unser wohlverdientes Abendessen auf uns!

Besuch im Estadio

Trotz Länderspielpause rollte der Ball am letzten Wochenende auch in der zweiten spanischen Liga. Somit hatten Andi und ich erstmals die Gelegenheit spanische Stadionluft zu schnuppern. Zu Gast im “Estadio de Gran Canaria” war der Traditionsverein Betis Sevilla, welcher mit 15 Punkten aus 6 Spielen als aktueller Tabellenführer angereist war. Da auch der UD Las Palmas einen erfolgreichen Saisonstart hinlegte, wurde uns zudem auch noch das Topspiel der Segunda Division geboten.

UD-Las-Palmas-icon.pngEstadio de Gran Canaria Logo Real Betis Sevilla

Der Weg zum Stadion gestaltete sich recht einfach, da die Buslinie zum Stadion direkt vor unserer Haustür verläuft. Von der Busstation aus mussten wir dann nur noch den zahlreichen gelben Trikots folgen und bereits nach wenigen Gehminuten war das Stadion dann auch schon in Sichtweite.
Dort angekommen haben wir zunächst die Tageskassen (“Taquillas”) aufgesucht, welche man aufgrund der langen Warteschlange eigentlich auch nicht übersehen konnte. Nicht einmal 10 Mintuen angestanden, haben wir dann schließlich auch für 18€ pro Person vernünftige Karten in der Südkurve bekommen.

Taquilla Karte Segunda Division

Etwas enttäuscht waren wir von dem Getränkeangebot innerhalb des Stadions, da lediglich alkoholfreies Bier angeboten wurde. Aber wahrscheinlich macht das bei den heißblütigen Spaniern auch Sinn, da diese im Normalzustand schon komplett durchdrehen – im positiven Sinne!
Während des gesamten Spiels wurde es eigentlich nie wirklich ruhig auf den Rängen. Aufgeheizte Spaniern wo man auch hinsah. Zusammen mit der kleinen Ultraskurve war das insgesamt gesehen ein ordentlicher Support der “Los Amarillos”, wie der Verein aufgrund seiner Farben genannt wird.

Ultras Las Palmas Ultras Las Palmas 2

Im Vorfeld des Spiels haben wir übrigens gehofft, dass David Odonkor im Kader der Gäste auftauchen wird, allerdings ist dieser momentan verletzt und deshalb in Sevilla geblieben. Nichtsdestotrotz wurde uns auch ohne deutsche Beteiligung ein ansehnliches Spiel mit vielen Offensivszenen auf beiden Seiten geboten. Las Palmas verpasste es das zweite Tor zu machen und gab das Spiel stattdessen aus der Hand, so dass man kurz vor Ende mit 1:2 zurücklag. Mit dem Schlusspfiff konnten die “Amarillos” allerdings doch noch per Freistoß ausgleichen und einen verdienten Punkt daheim behalten.

Estadio de Gran CanariaMit Sicherheit war dies nicht unser letzter Stadionbesuch auf den Kanaren. Insbesondere das Auswärtsspiel und gleichzeitiges Derby am Ende des Jahres in Teneriffa reizt uns sehr…

Parkhaus oder Fakultät?

Nach über einem Monat wird es auch mal Zeit, einen Post über die Uni zu schreiben. Schließlich wollen wir dem oft geäußerten Vorurteil “Auslandssemester auf Gran Canaria? Da liegt ihr doch eh’ nur am Strand” entschieden entgegentreten! ;-)

Die Universidad de Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC) ist über insgesamt fünf Orte in Las Palmas verteilt. Der Großteil der insgesamt 24.000 Studenten hält sich auf dem Campus von Tafira auf. Der Campus befindet sich außerhalb von Las Palmas auf einem Berg, von dem man einen guten Blick über die Stadt hat.

Auf Grund der Größe des Geländes befinden sich mehrere Bushaltestellen auf dem Campus. Direkt vor unserer Wohnung fährt der Bus der Linie 25 ab, der alle Studenten nach Tafira bringt. Leider braucht der Bus je nach Verkehrslage mindestens 35 Minuten bis er uns vor der Informatik-Fakultät in Tafira absetzt. Da kann man schon nochmal ein wenig weiterschlafen, wenn man in seinem Bett nicht zu genug Schlaf gekommen ist…

In der Informatik-Fakultät finden auch unsere BWL- bzw. Wirtschaftsinformatik-Kurse statt, so dass wir nicht zwischen verschiedenen Gebäuden pendeln müssen. Die Fakultät ist sehr “zweckmäßig” ausgestattet – das heißt im Klartext: Schön ist wirklich etwas anderes…Als wir am ersten Uni-Tag in Tafira die Fakultät gesucht hatten, haben wir das Gebäude tatsächlich zunächst von außen für ein Parkhaus gehalten und sind dreimal daran vorbeigelaufen.

Innen sind die Räume auch recht rustikal gehalten. Zum Teil gibt es ungestrichene Betonwände und die Stühle quietschen bei jeder Bewegung. Jedoch muss man dazu auch sagen, dass wir von der Nordakademie natürlich sehr verwöhnt sind und die ULPGC fachlich durchaus anspruchsvolle Kurse anbietet, wie z.B. Robotik, Bioinformatik oder OS-Programmierung.

Unser Stundenplan ist nun endlich auch fertig. Wir haben bestimmt 10 Stunden Zeit investiert um Kurse auszuwählen, die zeitlich günstig liegen und gleichzeitig auch noch halbwegs interessant sind. Leider mussten wir zwei mal komplett von vorne anfangen, da sich mit der Zeit herausstellte, dass Kurse doch nicht bzw. zu anderen Zeiten stattfinden.

Sehr viele interessante Kurse beginnen leider auch erst im zweiten Semester des akademischen Jahres und damit erst nach unserer Abreise. Insgesamt sind wir mit unserem Stundenplan jedoch sehr zufrieden. Für einen freien Freitag sowie den relativ späten Startzeiten – so dass man morgens noch Sport treiben kann – hat sich der Aufwand auf jeden Fall gelohnt.

Vorlesungsplan

Im Unterschied zum deutschen System hat jeder Kurs Theorie- und Praxisstunden. In dem Fach “Fundamentos de la Informática Gráfica” (= Grafische Grundlagen) werden z.B. in den Theoriestunden Algorithmen vorgestellt um Grafiken auf dem Bildschirm darstellen zu können. In den Praxisstunden werden diese mit einem anderen Dozenten am Rechner umgesetzt.

Die Note setzt sich in der Regel zur Hälfte aus wöchentlichen Übungen in den Praxisstunden bzw. einer Hausarbeit am Ende sowie zur anderen Hälfte einer Klausur zusammen. Im eben genannten Fach hält der Theorie-Dozent die Vorlesung sogar auf englisch damit auch die Erasmus-Studenten alles verstehen können. Das stieß zwar auf Protest bei den spanischen Studenten, was den Dozenten aber zu unserer Freude unbeeindruckt ließ. Somit werden wir uns hauptsächlich auf dieses Fach konzentrieren um diese Note an der NAK als Wahlpflichtfach einbringen zu können.

Insgesamt verlief der Anfang des Semesters sehr schleppend. Die ersten zwei Wochen waren so gut wie keine Vorlesungen, höchstens mal eine Kurzpräsentation, wo sich kaum ein Student hin verirrt hat. So hätte man sich die ersten Fahrten nach Tafira fast schenken können, was einige Erasmus-Studenten auch konsequent gemacht haben. Inzwischen gehen die Kurse jedoch tatsächlich richtig los und wir haben unser Learning Agreement bereits fertig gestellt. Nun kann das Studium in Las Palmas also endlich beginnen! ;-)

Deutsche sind gefragt! – (mit Abstimmung)

Dieses kleine Erlebnis vom Wochenende ist einfach einen kurzen Blogpost wert!

Normalerweise fühlt man sich hier am Strand oder in den Clubs ein wenig stigmatisiert als Deutscher und das nicht gerade im positiven Sinne. Man hat das Gefühl alle Spanier würden 5x die Woche zum Bauch-Beine-Po-Kurs im Fitnessstudio gehen (besonders bei den Spanierinnen werden die Klamotten auch gerne so ausgewählt, dass man das sehr gut sehen kann… kurze, enge Kleider, Miniröcke, Hotpants… als sehr gerne gesehen bzw. getragen hier), 7x die Woche Joggen und natürlich hat jeder seinen ganz persönlichen Stylingberater, welcher zu jedem Anlass das Styling einfach perfekt abstimmt. Alle diese Dinge gelten für die weiblichen Spanier als auch für die männlichen.

Am Samstag zogen wir also von einem Club zum nächsten und konnten uns ausnahmsweise mal nicht so richtig entscheiden, wo es uns denn an dem Abend am besten gefiel. Schließlich entschlossen wir noch mal in den etwas edleren Club “Fortuni” zu gehen. Doch als wir um die Straßenecke bogen, rannten wir schon fast in das Ende einer Schlange von den oben beschriebenen Spaniern, die in eben diesen Club wollten. Bei dem Anblick dieser langen Schlange waren wir uns dann auch schnell einig, dass wir den Weg zu einem anderen nahe gelegenen Club aufsuchen müssen. Um 3 Uhr nachts, will man doch keine zwei Stunden mehr anstehen…

Schlange vor dem "Fortuni" Las Palmas de Gran Canaria (Santa Catalina)Gerade drehten wir uns um, damit wir uns etwas abseits beraten konnten, wohin es nun gehen sollte, da marschierte der Türsteher von der Tür an der Schlange vorbei auf uns zu und fragte, wie viele Leute wir seien. Mit Patricks Bruder waren wir 4. Schon winkte er uns zu, dass wir ihm folgen sollten. Er führte uns ganz geschmeidig an den ca. 50 Spaniern vorbei und schleuste uns in den Club. Bevor wir verstanden hatten, was hier passierte, hatte Andi schon den Durchblick: “Alles nur, weil ich so gut aussehe!”

Warum sollten nun also vier deutsche Touri-Studenten an 50 Spaniern vorbei in einen Club geschleust werden?

Spanische Besonderheiten

Heute haben wir gerade leicht verwundert festgestellt: Wir sind gerade einmal einen Monat in Las Palmas! Eigentlich kaum zu glauben bei den vielen Dingen, die wir erlebt haben.
Es beginnt jetzt mittlerweise die Phase, wo man anfängt zu begreifen, dass wir hier nicht im Urlaub sind und bald zurückfliegen. Auch in der Uni gehts jetzt langsam mal los, was wir in einem unserem nächsten Post genauer beschreiben werden. Im Laufe dieser kurzen Zeit hier in Las Palmas sind uns bereits einige Besonderheiten widerfahren, die es wert sind, hier einmal gesammelt aufgeführt zu werden:

  • Die Müllabfuhr kommt hier grundsätzlich nachts. Am häufigsten wurde sie von unserer Wohnung gegen 02:30 Uhr gesichtet. Leise ist sie trotz der fortgeschrittenen Stunde nicht.
  • Gran Canaria hat ein eigenes Bier, das Tropical. Dieses Bier gibt es weder auf den Nachbarinseln noch auf dem Festland. Es schmeckt sehr mild und wird in Bars und Restaurants in einem eiskalten Glas serviert. Das Tropical ist auf Gran Canaria (und bei uns) mit Abstand das beliebteste Bier, gefolgt vom bekannten San Miguel.
  • Die Siesta ist in Las Palmas sehr weit verbreitet: Ab 13 Uhr bis 16-17 Uhr sind die meisten kleinen und mittelgroßen Läden geschlossen. Erstaunlich ist, dass die meisten Geschäfte auch erst um 10 Uhr aufmachen, weswegen also eigentlich kein Grund für eine ausgedehnte Siesta bestehen dürfte…
    Abends wird dann nochmal bis ca. 20 Uhr aufgeschlossen. Die großen Kaufhäuser (El Muelle, Las Arenas, Corte y Inglés) und Supermärkte (Mercadona, Spar, Hiperdino) machen keine Siesta.
  • Las Palmas hat den besten Radiosender weltweit! Das mag vielleicht dann doch übertrieben sein, jedoch ist der Radiosender Maxima FM auf der Frequenz 102.00 für junge Leute genau das Richtige. Es laufen 24 Stunden am Tag Party- und Gute Laune-Hits (meistens House), lediglich ab und an unterbrochen durch kurze Ansagen. Mittlerweile hören wir kaum noch eigene Musik, sondern lassen das Radio fast durchgehend laufen.
  • Der kanarische Dialekt verzichtet sehr gerne auf das „s“ am Ende eines Wortes. Dies bedeutet: „Gracia“ statt „Gracias“, „Vamo“ statt „Vamos“, „Tú habla“ statt „Tú hablas“, „Playa de las Cantera“ statt „Playa de las Canteras“ etc.
  • Während es in Las Palmas nach unseren bisherigen Recherchen nicht eine Bar gibt, die deutschen Fußball überträgt, hat man in den Tourismus-Hochburgen im Süden der Insel eine Bar neben der anderen mit deutschen Fußballübertragungen. So konnten wir doch noch das Hamburger Stadtderby live im TV sehen.
  • Die Spanier lieben Klimaanlagen. In Geschäften und Supermärkten wird immer ordentlich runtergekühlt. Das Extremste in dieser Hinsicht ist uns auf der Rückfahrt von Maspalomas nach Las Palmas mit dem Global-Bus widerfahren, wo wir eine Stunde lang in Badehose bei gefühlten 7 Grad frieren mussten.

Zum Abschluss dieses Posts möchte ich allen SEO-Interessierten noch mitteilen, dass wir bereits erste Besucher auf SurfAndStudy.com tracken konnten, die uns über den hoch frequentierten Suchbegriff „Gran Canaria Bilder“ bei Google gefunden haben! Wie wir das gemacht haben, bleibt aber unser Geheimnis… ;-)